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Auf acht bis zu neun Medaillen hatte Lothar Schubert, Cheftrainer der SG EWR Rheinhessen-Mainz, bei den Deutschen Jahrgangsmeisterschaften (DJM) der Schwimmer in Berlin gehofft. Er wusste, dass er sich auf zwei Ausnahmekönner in seinen Reihen verlassen konnte. Und sie lieferten. Delara Ditterich und Mathis Schönung bescherten der SG acht Titel sowie einmal Silber. Im Medaillenspiegel aller 307 Teams bedeutete das für den finanziell limitierten Landesstützpunkt Platz fünf. Nur Magdeburg holte mehr Gold.

„Zuletzt hatten wir vor neun oder zehn Jahren so eine Bilanz“, erinnerte sich Schubert, der vor Ort von Nachwuchscoach Paul Harloff unterstützt wurde, auch mit Blick auf die 16 Final-Teilnahmen. Verantwortlich dafür waren hauptsächlich Ditterich (Jahrgang 2005), die fünfmal oben auf dem Podest stand, und Dreifach-Sieger Schönung (2004). Am letzten Wettkampftag legte Ditterich über 400 Meter Freistil (4:29,35 Minuten) nach. Schönung gewann mit den 200 Metern (2:28,55) auch die dritte Brust-Strecke.

Das Duo allein sorgte für neun der 15 Verbands-Altersklassenrekorde der Rheinhessen. „Beide haben Meilensteine in ihrer Karriere gesetzt“, sagte Schubert. „Die Tendenz geht in Richtung Leistungssport.“ Die Basis für den Erfolg sieht der Trainer in der Fitness der beiden Talente: „Delara hat in der gesamten Saison nur zwei Tage krank gefehlt, Mathis nicht viel häufiger. Das ist für dieses Alter sehr gut“, betonte Schubert.

Ditterich wurde dank konstanter Leistungen über fünf Tage hinweg ihrer Favoritenrolle gerecht. Nur zum Auftakt über 200 Meter Schmetterling musste sie sich geschlagen geben. „Seit der Ankunft war die Anspannung riesig, weil es immer um den Sieg ging“, berichtete Schubert. „Am Ende war sie sehr müde, aber ihre Renneinteilung war überragend. Sie hat sowohl Grundgeschwindigkeit als auch Ausdauer.“ Nach dem „besten Wettkampf ihrer Karriere“ hofft Schubert auf einen Platz in der Junioren-Nationalmannschaft für die Zwölfjährige. „Der Druck dort ist riesig. Weniger machen kann sie nicht.“ Das hat Ditterich ohnehin nicht vor. Mitte Juli will sie bei den offenen Deutschen Meisterschaften ihre Rekorde steigern. „Andere beenden die Saison. Für sie geht es weiter, weil sie das möchte“, sagte Schubert. „Delara schwimmt einfach gerne.“ Im Dezember hatte Ditterich bei der Kurzbahn-DM erste Erfahrungen bei den „Großen“ gesammelt.

Für Schönung kommt die DM zu früh. Doch auch er könnte schon bald zum Bundeskader zählen. Über die Brust-Strecken galt er im Vorfeld der DJM als Favorit. „Er war gewarnt und hat hart für die Titel gekämpft“, sagte Schubert. Weitere Medaillen verpasste Schönung über 200 und 400 Meter Lagen als Vierter jeweils nur knapp.

Auch Tommasone und Düring für offene DM qualifiziert

Neben Ditterich und Schönung sorgten drei SG-Talente für weitere Altersklassenrekorde. Helena Düring war über 50 Meter Schmetterling (29,07) und 50 Meter Freistil (27,32) so schnell wie keine 15-Jährige im SWSV-Bereich zuvor. Gleiches gelang Jasmin Tommasone über 100 Meter Schmetterling (1:03,75). Kurios: Neben Tommasone qualifizierte sich auch Düring für die DM. In sieben Wochen weilt sie jedoch schon im Sommerurlaub in Australien. „Sie hätte nie damit gerechnet. Deshalb war der Urlaub lange gebucht“, erklärte Schubert.

Justin Emrich (2002) stellte trotz einiger Trainingsausfälle Bestmarken über 50 (25,88) und 100 Meter Schmetterling (57,11) auf. „Er war auf den Punkt da“, lobte Schubert. Im letzten Rennen über 50 Meter Rücken wurde Emrich im Finale Achter (28,23).

Alan Kudaschov (2001), Hanna Kiegler (2003; 27. über 50 Meter Rücken; 32,21) und Peter Gollai (2002; 21. über 400 Meter Freistil; 4:19,94) schwammen Bestzeiten, ebenso Debütant Philipp Käfer (2004). Lilli Fiedler (2005) hingegen verfehlte ihre 1500 Meter-Freistil-Bestzeit deutlich, weil sie zu schnell anging. Für Lukas Klos (2004) waren die 400 Meter Freistil (31.; 4:37,44) und die 50 Meter Rücken (20.; 31,57) zu viel. „Da hat nach den vielen Rennen die Substanz gefehlt“, analysierte Schubert. Die Mehrkämpfer Juli Clara Schmell (Rücken, 10.) und Lilia-Marie Bensalah (beide 2006; Kraul, 8.) hielten sich mit einigen Bestzeiten im Mittelfeld.

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