Olympia-Dritte von Atlanta (1996) Cathleen Großmann baut

Schwimm-Nachwuchsförderung in Rheinhessen aus

MAINZ - Als Olympiadritte in Atlanta (USA) 1996 hat Cathleen Großmann auf sportlicher Ebene Sphären erreicht, die den meisten Sportlern verwehrt bleiben. Grund dafür war stets ihre Leidenschaft zum Schwimmsport. Eine Leidenschaft, welche die 39-Jährige gerne weitergeben möchte. Mit der Gründung einer Schwimmschule beim SG EWR Rheinhessen hat Großmann, gemeinsam mit Leonie Schauer, im vergangenen Jahr das Fundament gebaut, um wieder mehr Kindern frühzeitig die Kenntnisse und den Spaß am Schwimmen zu vermitteln. Ein Model, mit dem Großmann bereits in Wiesbaden erfolgreich war.

 

Bereits in Wiesbaden erfolgreich gearbeitet

 

„Wir haben mit einem einfachen Konzept begonnen und die Kurse füllen sich zunehmend“, lautet Großmanns Bilanz nach einem Jahr. Aktuell besuchen etwa 35 bis 40 Kinder die angebotenen Kurse – Luft nach oben also, das erkennt auch die Mitleiterin. Dennoch ein guter erster Schritt, um „eine Festadresse in Mainz zu werden“, wie Großmann betont. Eine solche Festadresse ist in der benachbarten Landeshauptstadt, die Schwimmschule „Großmann“ des SC Wiesbaden, welche die Olympiadritte von 1996 mitaufgebaut hat, ehe sie private Gründe von der dortigen Aktivität trennten.

 

Nach einer kurzen Pause musste sie dann aber etwas Neues probieren. „Mit hat einfach etwas gefehlt“, erklärt sie. Das Engagement bei der SG EWR war dann genau die richtige Aufgabe für einen Neustart.

 

„Ein solch etablierter Verein, der ja im Leistungssport ein Aushängeschild der Stadt ist, ist die perfekte Basis, um eine Schwimmschule aufzubauen“, findet Großmann. Durch die Nähe zum Leistungssport könnten die Kinder quasi aus erster Hand erfahren, welche Möglichkeiten der Schwimmsport bietet. „Sicher erhoffen wir uns auch, einige Talente für den Leistungssport zu fischen“, sagt Großmann. Im Wesentlichen gehe es aber darum, Kindern das Schwimmen zu lehren. Besonders bei ausländischen Kindern sieht Großmann einen großen Lernbedarf.

 

„Bei Familien aus dem Nahen Osten können oftmals bereits die Eltern nicht schwimmen. Da ist es umso wichtiger, dass die nächste Generation es lernt. Allein schon aus Sicherheitsgründen“, findet Großmann. Aber auch bei deutschen Kindern, die das Schwimmen normalerweise spätestens in der Grundschule erlernen, sieht die Schwimmlehrerin Bedarf. „Sinnvoller ist, wenn die Kinder es bereits mit etwa vier Jahren lernen.“

 

Damit dies gelingt, setzt die Schwimmschule auf erfahrene Trainer. Neben Großmann selbst, die eine A-Lizenz als Schwimmlehrerin besitzt und Leonie Schauer, die eine C-Lizenz hat, arbeiten vor allem Sportstudenten und Schwimmsportler an der Schule mit. „Das Niveau ist schon sehr gut“, findet Großmann, die sich über jedes Kind freut, dass durch die Schwimmschule sein „Seepferdchen“ ablegt – weit entfernt vom Olympischen Siegertreppchen.

© Lucas Schauer - Created by Lucas Schauer